Anzuchtanleitung für unsere Tomatensamen

Auf dieser Seite findet ihr eine ausführliche Anleitung zur Anzucht und Pflege unserer Tomatensamen, sowie Tipps und Tricks aus unseren eigenen Erfahrungen, die wir mit euch teilen möchten.

Vorab: Tomaten sind äußerst pflegebedürftig, aber mit den richtigen Tipps und Tricks und ausreichend Zuwendung gelingt es jedem Hobby-Gärtner! 🙂

Schritt 1 - Aussäen

Zeitpunkt

Generell kann das Aussäen der Tomatensamen zwischen Mitte-Ende Februar bis Anfang-Mitte April erfolgen. Besitzt ihr ein beheizbares Gewächshaus, könnt ihr bereits Mitte-Ende Februar mit der Aussaat beginnen; pflanzt ihr die Tomaten direkt ins Freiland, solltet ihr erst Ende März bis Anfang-Mitte April mit dem Aussäen beginnen, da die Pflanzen keinen Frost vertragen.

  1. Anzuchtbox mit Erde befüllen:  Die Anzuchtbox ausreichend mit Erde befüllen. Wir empfehlen hier den Einsatz spezieller Anzuchterde, da diese genau auf die Bedürfnisse der Jungpflanzen abgestimmt ist.
  2. Samen vorsichtig einsetzen: Mit einer Pinzette vorsichtig 2-3 Samen pro Viereck, ca. 1-2 mm tief in die Erde einsetzen.
  3. Samen leicht mit Erde bedecken und befeuchten: Anschließend die eingesetzten Samen ganz leicht mit Erde bedecken. Am besten verreibt ihr ein bisschen Erde mit den Fingern über den Samen und drückt die Erde leicht an. Wir empfehlen euch, die Tomaten gleich beim Aussäen mithilfe von Beschriftungsschildern zu kennzeichnen, um sie später nicht zu verwechseln. Sobald die Samen bedeckt sind, die Erde leicht von oben, am besten mit einer Sprühflasche, befeuchten. Achtung: die Erde muss feucht, darf jedoch nicht tropfnass sein! 
  4. Deckel aufsetzen: Zum Schluss den Deckel der Anzuchtbox aufsetzen, damit sich ein feucht-warmes Klima entwickelt und die Samen auskeimen können.

Standort

Die Samen benötigen zum Keimen einen warmen (empfohlene Keimtemperatur: 20-25 Grad), hellen und geschützen Ort. Achtung: Die Pflanzen vertragen absolut keine Zugluft! Am besten eignet sich hier eine warme Fensterbank auf der Südseite.

Während dem Keimen solltet ihr die Anzuchtbox jeden Tag kontrollieren und den Deckel mindestens einmal pro Tag abnehmen, damit ein Luftaustausch stattfinden kann. Die Erde muss ausreichend feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen, da der Keimvorgang sonst unterbrochen wird. Bei einer Temperatur zwischen 20-25 Grad erscheinen nach 10-14 Tagen die ersten Keimlinge, die Keimblätter ausbilden. Achtung: Sobald die Samen ausgekeimt sind, sollte die Temperatur auf ca. 18 Grad heruntergesetzt werden. Sobald sich das zweite Keimblatt ausgebildet hat, können die Pflanzen pikiert werden. 

Tipps & Tricks

Anzuchtschalen: Ihr könnt als Alternative zu den Anzuchtschalen auch ganz einfach auf haushaltsübliche Eierschachteln zurückgreifen, die ihr mit Erde befüllt und anschließend für den Keimvorgang mit Frischhaltefolie abdeckt.

Gießen: Beim Gießen der Anzuchtbox solltet ihr sehr vorsichtig sein, da die Gefahr besteht die Keime wegzuschwemmen. Am besten eignet sich hier eine Sprühflasche. Alternativ könnt ihr auch auf kleines Becherglas zurückgreifen.

Erde: Wir empfehlen euch, bei der Anzucht auf spezielle Anzuchterde zurückzugreifen. Die optimale Erde für die Jungpflanzen sollte nährstoffarm und vor allen Dingen keimfrei sein. Durch die nährstoffarme Erde wachsen die Wurzeln der kleinen Jungpflanzen nach dem Auskeimen optimal. Um sicherzugehen, dass die Erde vor dem Aussäen keimfrei ist, könnt ihr sie in der Mikrowelle oder dem Backofen erhitzen.

Alternativ zur Anzuchterde könnt ihr auch auf Kokos-Quelltabletten für die Anzucht zurückgreifen. In den letzten Jahren haben wir persönlich jedoch mit der Anzuchterde bessere Ergebnisse erzielt: die Keimrate und die Wurzelbildung war bei der Anzucht in Kokos-Quelltabletten geringer als bei der Anzucht mit spezieller Anzuchterde.

Licht: Wenn die Pflanzen nach dem Auskeimen lang und dünn werden, ist das ein Anzeichen dafür, dass sie nicht ausreichend und gleichmäßig Licht erhalten. Man nennt dies auch vergeilen. Ihr solltet nach dem Auskeimen also immer darauf achten, dass die Pflanzen genügend Licht abbekommen. Sollte euch nicht ausreichend Tageslicht zur Verfügung stehen, könnt ihr auch mit Anzuchtlampen nachhelfen.

Schritt 2 - Pikieren

Was benötigt ihr?

  1. Pflanzgefäße mit Erde befüllen: Die Pflanzgefäße ausreichend mit Erde (Blumen- oder Gemüseerde) befüllen und kleine Löcher für die Jungpflanzen vorbereiten. Die Pflanzgefäße sollten mindestens einen Durchmesser von 8 cm haben, damit sich die Wurzeln der kleinen Pflanzen richtig ausbilden können.
  2. Jungpflanzen pikieren und umpflanzen: Anschließend die Jungpflanzen mitsamt Wurzel vorsichtig mithilfe eines speziellen Pikierstabs oder dem Stil eines Kaffeelöffels aus der Anzuchtbox heben, in die vorbereiteten Pflanzgefäße setzen und mit Erde auffüllen. Achtung: Die Pflanzen müssen ca. 2-3 cm tief eingesetzt werden, um richtig auswurzeln zu können.
  3. Jungpflanzen angießen: Die umgetopften Tomatenpflanzen müssen nun vorsichtig mit einem Becherglas von oben angegossen werden. Nach dem Angießen gießen wir die Tomatenpflanzen nur noch von unten, indem wir die Pflanzgefäße auf Untersetzer stellen und Wasser in die Untersetzer geben. So kann sich die Pflanze so viel Wasser holen, wie sie benötigt.

Standort

Die Pflanzen müssen nun an einem hellen, warmem Ort (auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus) kräftig weiter wachsen, bis sie eine Höhe von ca. 20-30 cm erreicht haben und schöne Wurzelballen ausgebildet haben. Die Temperatur sollte möglichst nicht unter 18 Grad fallen. Sobald die Eisheiligen (Mitte Mai) vorbei sind, können die Pflanzen im Freiland ausgesetzt oder in größere Pflanzenkübel oder -kästen für Balkon und Terrasse umgetopft werden. 

Tipps & Tricks

Wachstum steuern: Da die kleinen Pflanzen immer Richtung Licht wachsen, ist es bei der Anzucht auf der Fensterbank ratsam, die Töpfe regelmäßig zu drehen, sodass die Pflanzen einen gleichmäßigen Lichteinfall haben und gerade wachsen können.

Wachstum anregen: Man kann das Wachstum der kleinen Pflanzen anregen, indem man sie einmal am Tag leicht mit dem Finger anstößt. Dadurch wachsen sie schneller und kräftiger.

Schritt 3 - Auspflanzen

Sobald die Eisheiligen Mitte Mai vorbei sind, können die Tomatenpflanzen ins Freie ausgepflanzt werden. Für das Auspflanzen könnt ihr spezielle Tomatenerde verwenden oder auf normale Blumen- oder Gemüseerde zurückgreifen und diese mit Komposterde vermischen.

Standort

Der geeignete Standort hängt ganz von der Tomatensorte ab. Bitte achtet vor dem Auspflanzen der Tomatenpflanzen auf die Beschreibung der jeweiligen Tomatensorte. Generell empfehlen wir euch, die Tomaten im geschützten Freiland (möglichst überdacht) auszupflanzen, da die meisten Tomatensorten sehr empfindlich gegenüber Wasser von oben sind. Lediglich die Wildtomatensorten können problemlos im Freiland ausgepflanzt werden, da sie sehr robust gegenüber äußeren Einflüssen sind.

Tipps & Tricks

Pflanzabstand: Beim Auspflanzen in Kübeln für Balkon oder Terrasse solltet ihr darauf achten, dass die Kübel groß genug sind. Wir empfehlen euch Kübel mit mind. 10-12 Liter Volumen. Beim Auspflanzen ins Beet solltet ihr einen Pflanzabstand von mind. 60-70 cm einhalten, damit die Tomatenpflanzen ausreichend Platz zum Wachsen haben.  

Gießen: Wie oben schon erwähnt, sind Tomaten sehr empfindlich gegen Nässe von oben. Beim Gießen solltet ihr möglichst darauf achten, kein Wasser an den Pflanzenstamm zu bringen und Spritzwasser zu vermeiden, damit keine Pilze aus der Erde an die Tomatenpflanze gelangen können.

Die Tomatenpflanzen müssen jeden Tag gegossen werden. Wassermangel könnt ihr daran erkennen, dass die Blätter der Tomatenpflanze schlaff herunterhängen. Sobald die Tomatenplanzen Früchte tragen, muss die Wassermenge erhöht werden.

Ausgeizen: Zu den täglichen Aufgaben gehört neben dem Gießen auch das Ausgeizen. Unter diesem Begriff versteht man das Entfernen von jungen Trieben (Geiztrieben), die in den Blattachseln der Tomatenpflanze wachsen. Durch das Ausgeizen werden die Triebe und Fruchtansätze der Tomatenpflanze reduziert und somit sichergestellt, dass die Tomatenpflanze ausreichend versorgt wird und später schöne, große Früchte ausbildet. Achtung: Nicht alle Tomatensorten werden ausgegeizt. Bei Busch-,Strauch- und Wildtomaten entfällt das Ausgeizen.

Abstützen: Im Laufe der Wachstumsphase wird es notwendig, die Tomatenpflanzen abzustützen. Zum Abstützen des Stammes könnt ihr auf spezielle Pflanzstäbe zurückgreifen oder normale Holzstöcke, z. B. Bambusstöcke verwenden. Zum Fixieren des Stammes und der Triebe empfehlen sich spezielle Pflanzenbinder oder Pflanzenclips oder eine haushaltsübliche Schnur.